Mein erster Marathon – Amsterdam

Mein erster Marathon sollte etwas ganz besonderes werden. Ich hatte mich für Frankfurt angemeldet, einer der größten Marathons Deutschland. Das es am Ende ganz anders kam hätte mit etwas Glück zu tun.

Eine Mail mit der ich gar nicht mehr gerechnet hatte erreichte mich. Ich sei Gewinner vom Polar Gewinnspiel im Frühjahr und dieser Gewinn beinhalte einen Startplatz für einen Marathon – in Amsterdam. Die beiden Marathons liegen zeitlich nur eine Woche auseinander und so entschied ich mich für Amsterdam. Auch weil zu dem Startplatz eine Unterbringung für zwei im Hotel, eine Bootstour und Zugang zur Mizuno VIP Area gehörte.

Am Morgen vor dem Marathon habe ich – wie immer – mein Haferflocken mit Banane und Pflanzendrink gegessen. Die Sachen waren soweit schon gepackt und um 7:30 ging es per Boot zum Olympiastadion. Was für ein Erlebnis.

Beim Stadion angekommen sind meine Frau und ich dann direkt in die Mizuno VIP Area und von da an verging die Zeit wie im Flug. Ich habe nur noch ein Foto von der Tribüne aus mit meinem Laufshirt von thoni mara und der Startnummer gemacht und mich umgezogen. Dann bin ich auch schon ins Stadion hinein.

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Der Augenblick war überwältigend. So viele Menschen in dem alten Olympiastadion. Viele davon laufen gleich mit mir 42.195k und die anderen feuern uns an. Wow. In meiner Startgruppe Pink war schon reges Treiben. Jede und Jeder wollte sich noch etwas aufwärmen, auf die Toilette oder Bilder machen.

20 Minuten noch bis es los geht.

Ich habe mein Aufwärmprogramm abgespult und die Atmosphäre aufgesogen. Ich wollte so viel mitnehmen wie nur möglich von meinem ersten Marathonstart. Als eine Stimme die letzten 10 Minuten verlautete bin ich zu einer Pacemakerin mit der 3:30 auf der Fahne und fragte sie mit welcher Pace sie starten würden. Auskunftsfreudig teilte sie mir mit, dass sie mit 4:58 starten um Zeit für die Verpflegungsstationen herauszulaufen. Ich stellte mich wenige Meter vor ihr auf.

5 Minuten noch bis es los geht.

Ich höre in mich hinein. Alles passte in diesem Moment. Die Schuhe sitzen fest aber nicht drückend. Die Verpackung meiner Dattelriegel habe ich schon aufgerissen um mich während des Laufes nicht mehr darauf konzentrieren zu müssen. Meine Uhr wartet nur darauf, das ich den roten Knopf an der Seite drücke, damit sie ihre Arbeit verrichten kann. All die Zeit, all die Anstrengung, all der Schweiß der vergangenen Monate – für diese 42.195k die vor mir liegen.

Startschuss für die Profis. Wir rücken nach. Jetzt laufe ich an der Tribüne vorbei auf der neben vielen Anderen auch meine Frau steht und mich anfeuert. Mich übermannt ein Gefühl der Freude und ich vergieße jetzt schon wenige Freudentränen. Ohje, denke ich, wie soll das erst beim Zieleinlauf werden.

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An unseren Startschuss erinnere ich mich gar nicht mehr. Plötzlich laufen die Athletinnen und Athleten vor mir los und ich tue es ihnen gleich. Ich muss mich zügeln, schaue immer wieder auf die Uhr um nicht zu schnell los zu legen, schließlich warten über 42k vor mir.

Der erste Teil der Strecke führt durch den Vondelpark und das Rijksmuseum. Dann kreuz und quer durch die Stadt, es geht vorbei an kleinen Wohnhäusern und hohen Bürokomplexen. Ich konzentriere mich voll auf meine Schritte und Atmung und verpasse dabei zweimal das meine Frau vom Stadion an die Strecke gekommen ist um mich anzufeuern.

An der Amstel genieße ich die Aussicht. Ich merke, ich kann meine Beine laufen lassen und mich über die Schönheit der Strecke freuen. Auf dem Wasser sind Boote mit Musik und Ruderer mit denen man um die Wette zu laufen scheint.

Kurz vor der Halbmarathondistanz sieht man einen Knick in meiner Pace. Schuld daran ist meine Blase. Zum Glück standen hinter der Verpflegungsstation bei Kilometer 20 Toiletten. Die Zeit dafür habe ich aber schon sicher rausgelaufen, die 3:30 Pacemaker sind mittlerweile nicht mehr hinter mir zu sehen.

Bei Kilometer 32 ist eine große Leinwand aufgebaut. Hier werden Videos gezeigt die vorher von Fans, Bekannten und Verwandten für die LäuferInnen aufgenommen werden konnten. Für mich war auch etwas dabei. Meine Frau hat mir ein Video am Tag zuvor auf der Marathon Expo aufgenommen. Das hat mich extrem gefreut und nochmals angespornt.

Am Oosterpark vorbei ging es dann über die Amstel und bei Kilometer 36 wurden die Beine dann schwerer. Zum Schluss ging es wieder durch den Vondelpark vorbei an vielen Zuschauern die einen die letzten drei Kilometer förmlich trugen. Hier gingen die Schritte wieder etwas schneller voran. Im Stadion angekommen habe ich mich etwas gebremst um den Moment so lange genießen zu können wie nur möglich. Belohnt wurde ich mit einer tollen Zeit und einer schweren Medaille.

Ich bin so stolz darauf den Marathon in dieser Zeit geschafft zu haben. Ich kann sagen, dass ich nicht einmal stehen bleiben musste weil die Beine nicht mehr wollten. Bis auf eine Verpflegungsstation habe ich alle in gutem Tempo durchlaufen. Einen besseren ersten Marathon kann ich mir nicht vorstellen. Großer Dank geht an meine Frau die mich während der Saison ertragen und begleitet und dazu noch alles dafür getan hat, dass es mir am Wettkampfwochenende an nichts fehlte.

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Die beste Wettkampfbegleitung die man sich vorstellen kann. <3

Danke außerdem an die tolle Motivation über alle Kanäle von so vielen Menschen die mich während der Vorbereitung begleitet haben.

Meine Marathonschuhe gehen jetzt in Rente. Kein Wunder, haben sie während Amsterdam die 1000k Marke geknackt.

 

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Durchlaufzeiten

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Die Pinkelpause ist gut zu erkennen XD

 

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Nach dem Marathon: HUNGER!

 

 

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